Carmen und Rafael lebten in Puerto Rico und bereiteten sich auf die Ankunft ihres lang erwarteten Kindes vor. Carmen war im siebten Monat schwanger, und für das Paar war diese Zeit eine der emotionalsten ihres Lebens. Sie schlenderten an den Ufern des Karibischen Meeres entlang und genossen die sanfte Brise und die warmen Sonnenuntergänge.
An einem dieser Nachmittage beschloss Rafael, seine Kamera mitzunehmen, um die Frische von Carmens Lächeln und die Zartheit ihrer Formen während des süßen Wartens einzufangen.
Sie trug ein leichtes Kleid in hellen Tönen: Ihre Figur wirkte vor dem Meereshorizont fast verträumt.
Rafael machte mehrere Fotos, änderte den Blickwinkel, ging etwas näher heran... Es sah alles nach einer perfekten, romantischen Szene aus. Doch als er nach Hause kam und sich die Bilder ansah, lief ihm ein Schauer über den Rücken. Auf einem der Bilder, direkt hinter Carmen, im seichten Wasser, glitt etwas Dunkles und Langgestrecktes.
Zuerst dachte er, es sei nur Seegras oder der Schatten einer Wolke. Aber als sie das Bild vergrößerte, erkannte sie die Wahrheit: Es war ein Hai.
Das Tier schwamm fast unbemerkt, nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der Carmen gerade noch gestanden hatte. Allein die Vorstellung lähmte ihn: Was, wenn sie einen Schritt näher ans Wasser gegangen wäre, was, wenn sie sich umgedreht hätte, um die Meeresbrise besser zu spüren?
Glücklicherweise ahnte Carmen nicht, was sich hinter ihrem Rücken abspielte. Als Rafael ihr am nächsten Tag das Foto zeigte, wurde sie ganz blass. Sie umarmte ihn stumm, und beide verstanden, dass die Welt auch in den schönsten und glücklichsten Momenten eine Gefahr bergen kann.
Das Foto erinnerte sie daran, dass es nicht nur eine Laune ist, auf Details zu achten, sondern ein Weg, um das Wertvollste zu schützen.
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